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Als am Freitag die neuen Arbeitslosenzahlen für die Vereinigten Staaten von Amerika bekannt wurden, ging die wahnsinnige Blasenbildung an den Börsen in eine neue Runde. Der Grund: die Arbeitslosenquote war von 14,7 % im April auf 13,3 % im Mai gesunken. Nachdem ein Verlust von 9 Millionen Jobs vorhergesagt wurde, wurden 3 Millionen neue Jobs geschaffen – Grund genug für US-Präsident Donald Trump, sein Krisenmanagement zu feiern.

Das Wunder von Washington hat allerdings einen kleinen Schönheitsfehler: Sie stimmen nicht. Noch im Laufe des Tages stellte sich heraus, dass die Arbeitsmarktbehörde zum wiederholten Male eine Datenpanne verursacht hatte. Laut einem Bericht des Handelsblatts wurden Millionen Amerikaner in eine falsche Kategorie eingeteilt. Obwohl sie eigentlich arbeitslos oder temporär arbeitssuchend waren, wurden sie in der Statistik als Beschäftigte gezählt. Durch diesen Effekt wurde die Arbeitslosenquote rund 3 % niedriger angegeben, als sie tatsächlich ist. Der wahre Wert liegt bei 19 Prozent – und damit nah an den befürchteten 20 Prozent.

An den Finanzmärkten hat sich für die Wahrheit offenbar kaum jemand interessiert, die Aktienindices haben am Freitag neue Wochenhochs erreicht. Inzwischen sind viele Marktbeobachter ratlos, denn die Börsen haben sich völlig von der Realwirtschaft entkoppelt. Und in den USA kann von einem Ende der Corona-Krise keine Rede sein. Arbeitsmarktforscher weisen darauf hin, dass beispielsweise die laufenden Anträge auf Arbeitslosengeld, einen neuen Rekordwert erreicht hätten.

Bereits in den kommenden Wochen könnten sich die offiziellen Zahlen allerdings wieder ins Negative verkehren. Denn viele Unterstützungen für Menschen, welche aufgrund der Corona-Krise ihren Arbeitsplatz verloren haben, laufen aus. Und es ist nicht absehbar, dass die Regierung in Washington hier eine Verlängerung beschließen wird. Es wird eine Arbeitsstelle befürchtet, wie man sie schon lange nicht mehr in den USA gesehen hat.

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