Gold steht als Krisenschutz in Deutschland weiterhin hoch im Kurs. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, sollen die Deutschen im ersten Halbjahr des Jahres 2020 auffällig viel physisches Gold gekauft haben. Die Menge der Barren und Münzen, welche in diesem Zeitraum verkauft wurden, liegt dem Bericht zufolge bei genau 83,5 Tonnen. Diese Zahlen hatte der „World Gold Council“ veröffentlicht.

Die Corona-Krise hat das Anlageverhalten der Deutschen offenbar stärker beeinflusst als gedacht. So wurde in Deutschland im Vorjahreszeitraum weniger als die Hälfte Gold verkauft als im Krisenjahr 2020. Insgesamt wurden weltweit in der ersten Jahreshälfte rund 400 Tonnen Münzen und Barren aus Gold zu Investmentzwecken gekauft.

Im weltweiten Vergleich sind durchaus unterschiedliche Trends zu beobachten. So haben insbesondere in Asien und in Nahost die Menschen weniger Gold gekauft, während in den westlichen Ländern ein sprunghafter Anstieg der Gold-Nachfrage zu verzeichnen war. So vermelden auch hierzulande Händler wie Kettner Edelmetalle eine Rekordnachfrage. Im Zuge der Corona-Pandemie waren zwischenzeitlich sogar einzelne Standardprodukte aus Gold restlos ausverkauft.

Der Zuwachs beim Goldpreis ist allerdings nicht in erster Linie auf die physische Nachfrage zurückzuführen, sondern vor allem auf die Zuflüsse in börsengehandelte Goldpapiere. Außerdem sorgt eine anhaltende Schwäche des US-Dollars für einen steigenden Goldpreis in dieser Währung. Auch wenn dieser Effekt für Anleger im Euro-Land nur teilweise zutrifft, so bekommt Gold durch das neue Allzeithoch in US-Dollar mehr Aufmerksamkeit und dadurch steigt die Nachfrage weiter. Aus diesem Grund ist anzunehmen, dass auch in Euro bald neue Rekordstände verzeichnet werden.

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