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Als die weltweiten Finanzmärkte zu Beginn des Monats März in einen der größten Crashs ihrer Geschichte abstürzten, schien Gold zuerst als optimale Crash-Versicherung und konnte zulegen. Doch als sich die Dynamik des Preisverfalls an den Börsen beschleunigte, musste Gold plötzlich ebenfalls Abgaben verzeichnen. Woran lag dies?

Seit Tagen grübeln Analysten, warum der Goldpreis eine Pause bei seinem anhaltenden Höhenflug eingelegt hat. Und es gibt tatsächlich eine Erklärung: Die Preise für Aktien und Edelmetalle werden längst nicht mehr beim Handel mit den tatsächlichen Wertpapieren oder physischen Metallen gemacht, sondern beim Handel mit Zertifikaten und Optionsscheinen. Hierbei handelt es sich um Papiere, welche den Wert einer bestimmten Anlageklasse abbilden sollen.

Die Zockerei mit Finanzprodukten wird seit vielen Jahren dadurch auf die Spitze getrieben, dass Spekulanten bei Termingeschäften mit Geld handeln, welches sie gar nicht zur Verfügung haben. Es wird nur ein kleiner Teil des Anlagebetrages, sozusagen als Sicherheit, hinterlegt. Wenn sich die Wette auf steigende oder fallende Kurse allerdings in die nicht beabsichtigte Richtung entwickelt, wird der Spekulant aufgefordert, seine Sicherheitseinlage zu erhöhen – ansonsten wäre eine automatische Liquidation der verlustträchtigen Investments die Folge.

Bei einem massiven Börsencrash wie im März 2020 brauchen die Zocker also frisches Geld. Und dies bekommen Sie üblicherweise aus Anlageklassen, welche noch profitabel sind. Im Jahr 2020 trifft dies fast ausschließlich auf Gold zu, denn das Edelmetall hat sich im Gegensatz zu den meisten Börsen weltweit positiv entwickelt. Und weil Gold äußerst liquide ist, haben sich in den vergangenen Wochen viele Zocker von ihrem Gold verabschiedet.

Aus dieser Erklärung ergeben sich für Edelmetall-Anleger viele wichtige Erkenntnisse. Zu allererst: Es gibt ja keinen Grund, nun auch seine Goldreserven aufzulösen. Das Finanzspekulanten auf Gold als Vermögensversicherung setzen, ist ein starkes Zeichen für das Edelmetall und seine Akzeptanz. Und wenn sich die Corona-Krise weiter verschärft, dürften alle, die in den vergangenen Wochen ihr Gold zu Geld gemacht haben, sich noch mächtig ärgern.

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