Kettner Corona

Welche Auswirkungen hat das Corona-Virus auf die Finanzmärkte und insbesondere auf Gold? Diese Frage wird seit einigen Tagen energisch diskutiert und die Vertreter beider Positionen stehen sich erbittert gegenüber – Grund genug für Dominik Kettner, Geschäftsführer von Kettner Edelmetalle, der Frage auf den Grund zu gehen. Eine erste Einschätzung hatte bereits der Chefanalyst der Firma Kettner Edelmetalle, Benjamin Deutsch, in einem vielfach abgerufenen YouTube-Video abgegeben.

In seinem Marktkommentar weist Dominik Kettner darauf hin, dass die weltwirtschaftlichen Folgen des Virus als dramatisch einzuschätzen seien. „Aktuell befinden sich laut neuesten Zahlen rund 500 Millionen Menschen, also fünf Prozent der Weltbevölkerung, in Quarantäne“, berichtet Kettner. Chinesische Banken und viele andere chinesische Unternehmen hätten mittlerweile geschlossen – und viele deutsche Unternehmen sind abhängig von chinesischen Zulieferern. „All das steht momentan still und wir sind gerade erst dabei, zu erfassen, was alles in Folge des Corona-Virus in der Wirtschaft passiert“, bekräftigt Kettner.

Wie bereits mehrere Medien übereinstimmend berichtet haben, erwarten viele Marktbeobachter nun ein erneutes Eingreifen der Notenbanken: „Die Staaten müssen natürlich aufgrund der still liegenden Wirtschaft intervenieren, sie müssen Staatsanleihen kaufen, das heißt: Es wird Geld in den Markt gepumpt dadurch steigt der negative Realzins. Und ein negativer Realzins ist immer wieder der Treiber gewesen in den letzten Jahren für den Goldpreis“, erklärt Dominik Kettner. Selbst wenn die Zinsen gesenkt wurden, ist der Goldpreis gestiegen. „Das aktuelle Szenario bewegt uns dazu, dass wir zeitnah 1700 oder sogar 1750 US-Dollar im Goldpreis sehen. Das ist unsere hausinterne Meinung“, unterstreicht Kettner und verweist auf die Nachfrage von Großinvestoren gerade aus dem außereuropäischen Raum – diese steigt nach Einschätzung von Dominik Kettner extrem. „Sie sehen: Die Wirtschaft ist auch durch eine Krankheit, durch eine Epidemie oder durch einen Virus massiv beeinflussbar. Wir wissen auch nicht, wie weit das Ausmaß sich entwickeln kann. Momentan sind es 500 millionen Menschen, aber ein Virus kann sich natürlich noch viel stärker verbreiten“, warnt Dominik Kettner. Gerade jetzt, wo die Menschen eigentlich wieder von den ständigen Krisenherden ein bisschen runter gekommen sind nach der Beruhigung im Iran-Konflikt, kommt ein Schicksalsschlag.

Auch Edelmetallhändler Dominik Kettner geht daher davon aus, dass die Regierungen wieder damit beginnen müssen, Geld in den Markt zu pumpen. Die chinesischen Notenbanken haben bereits 150 Milliarden Staatsanleihen gepumpt. „Wenn nur das Geld das in den Markt gepumpt wird, nur um das Wirtschaftsniveau aufrecht zu erhalten, dann können sie davon ausgehen, dass die Zinsen weiter fallen werden, vor allem die Realzinsen. Und was ist der Treiber für das Gold, für die Edelmetalle?“, fragt Kettner.

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